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Trauerberatung Kathrin Kain

Heute brauche ich nicht zu lachen.
Heute brauche ich nicht positiv denken.
Heute darf ich über die Hilflosigkeit des Augenblicks reden.
Heute darf ich traurig sein...


Ich lade sie ein, mit mir über ihre Trauer, ihren Schmerz zu reden.
In der Gruppe oder allein.
Ich möchte für diesen schweren Abschnitt ihres Lebens ihre wertvolle Begleiterin sein, doch in erster Linie wohl eine verständnisvolle Zuhörerin.

Meine Stärken liegen nicht in universellen Lebensweisheiten...
Meine Stärken liegen darin, dass ich bei ihnen bin, dass ich sie so, wie es ihnen gerade geht wahrnehme, dass ich sie nicht ablenken, sondern verstehen möchte...
Nicht.. weil es mein Job ist, sondern weil ich ihn selbst kennen gelernt habe.
Diesen Schmerz. Ich weiß, wie er sich anfühlt.

Auch ich kenne nicht alle Antworten, auf all die Fragen, die mit dem Leid einhergehen, doch ich kenne Wege, dass sie Antworten in sich selbst finden können.
Und wenn dieser Weg nur darin besteht, ihre Trauer, ihre Hilflosigkeit und derzeitige Ausweglosigkeit zu teilen.

Ich möchte da sein, wenn sie mich genau dafür brauchen.

Sie allein entscheiden, wann gut ist, über ihren Schmerz zu reden.
Sie allein werden es fühlen. In ihrem Herzen.

Jeder von uns hat schon einmal einen Verlust erlitten...

Und in erster Linie denken sie vielleicht:
Ah... jetzt geht es bestimmt... um die großen Verluste im Leben.
Und da fällt uns allen zuerst der Tod ein.

Ja... es geht um den Tod.
Doch es geht auf dem Weg zum ganz großen letzten Tod...
auch um die vielen kleinen, die wir auf dem Weg dahin sterben.

Manchmal fast unmerklich, sanft, auf leisen Sohlen.
Manchmal laut und polternd, so hart wie Messerstiche.
Manchmal fast nicht zum aushalten.
... und manchmal... ja manchmal glauben wir sogar an diesen
„Kleinen Toden“ zu zerbrechen.
Manchmal glauben wir mit ihnen zu sterben.
Manchmal fühlt es sich an, als wären wir bereits mit ihnen gestorben.
Doch...So leicht stirbt sich eben nicht.

Unser Partner lässt uns allein...
Die freie Entscheidung eines Menschen den wir lieben, kann dazu führen, dass wir allein zurück bleiben.

Die Diagnose einer schweren Krankheit bringt uns den Verlust unserer Gesundheit.

Unsere Eltern sterben, nehmen einen großen Teil unserer Vergangenheit mit.
Unsere Kinder werden groß, verlassen das Haus.

Wir verlieren unsere Arbeit, unser Haus, unser Geld.

Von einem Moment auf den anderen ist nichts mehr wie es war.

Keiner konnte uns auf diese Augenblicke vorbereiten.
Niemand hat uns gesagt, dass wir einmal so hilflos sein werden.
Wir sind überwältigt von unseren Gefühlen.

Diese sind in der Lage, uns den Atem zu rauben.
Sie machen uns sprachlos... indem sie uns unsere Stimme nehmen.
Sie machen uns taub.. indem wir unfähig werden zu hören...
Sie machen uns einsam, indem wir unfähig sind zu fühlen...
Wann und aus welchem Grund dürfen oder sollen wir wie lange traurig sein?
Sind wir es irgendjemandem schuldig, nicht traurig zu sein?
Ist es irgendwann Zeit, einfach mit der Trauer aufzuhören?
Oder gibt es dramatische Ereignisse im Leben, die es überhaupt nicht rechtfertigen, Trauer zu zeigen... zu leben?

Wer hilft mir, wenn ich allein nicht wieder aus der Trauer finde?
Wer versteht mich wirklich?
Was ist das für ein Leben nach dem Schmerz?
Ist das überhaupt noch ein Leben?
Hat es überhaupt noch einen Sinn?

Manche Wunden wollen einfach nicht heilen.
Es gibt keine Regeln und keine Routine für den Umgang mit dem Sterben, den Verlusten und dem Tod.